Mein Ansatz


Autismus braucht Aufklärung. Das mag überraschen, wo wir doch gefühlt fast täglich in irgendeiner Form mit Autismus in Berührung kommen: in der Literatur, in Fernsehfilmen und -serien, in Reportagen, in der Presse und so weiter. Manchmal könnte sogar der Eindruck entstehen, mit Autismus fast "überschwemmt" zu werden. Nicht zuletzt die Umweltaktivistin Greta Thunberg hat dem Thema Autismus einen weiteren Aufmerksamkeitsschub gebracht. Zuletzt erzählte gar der Tesla-Chef Elon Musk öffentlich von seiner Diagnose als Asperger-Autist. Wie auch immer man zu den genannten Persönlichkeiten stehen mag: Sie transportieren ein Bild von Autismus. Man könnte dem Eindruck erliegen, dass dieses Bild eindeutig ist, dass es ein gültiges und anerkanntes Konzept von Autismus gibt. Dem ist aber nicht so.

Autismus braucht Aufklärung. Die Publikationen und Forschungen zu Autismus haben in den letzten Jahren noch einmal sehr deutlich zugenommen. Es ist fast unmöglich, sie zu überblicken, geschweige denn, sie gelesen zu haben. Gegenwärtig steht die Frage nach den Ursachen von Autismus im Zentrum der Forschung, nachdem es zuvor um Beschreibungen des beobachtbaren Verhaltens, die Grundlage für eine Diagnose wurden. Autismus wurde als Störung definiert. Damit war der weitere Weg besiegelt. Fortan ging es um Therapien. Das Autismusbild aber blieb diffus. Und nicht alle Therapie- und Förderangebote waren gut - im Gegenteil, sie waren sogar schädlich und traumatisierten autistische Menschen (v.a. ABA).

Autismus braucht Aufklärung. Allen Forschungen ist gemein, dass sie von außen auf den autistischen Menschen und sein anderes Verhalten schauen. Sie konstruieren Autismusbild, welches den autistischen Menschen übergestülpt wird. Mit der Diagnose erhalten sie einen Defizitkatalog an die Hand, der von nun an ihr Leben und ihr Selbstwertgefühl bestimmt.

Autismus braucht Aufklärung. Immer mehr öffentliche autistische Stimmen tragen jedoch dazu bei, den Blick darauf, autistisches Verhalten zu verstehen. Denn: die Außen- und Innensichten sind nicht kongruent. Aufgabe ist es nun, das autistische Erleben, die andere Wahrnehmung, das andere Denken noch mehr in die Öffentlichkeit zu bringen, um das Leben autistischer  Menschen zu verbessern, indem das Verstehen und damit das Verständnis und die Akzeptanz des autistischen Anders-Seins größer werden. Damit Inklusion und Teilhabe gelingen. Damit Autist*innen ihr Potenzial entfalten können und die Gesellschaft dieses nutzt!



 
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